Vom Heimatmuseum zur Eventlocation

Shownotes

Wie wird man von einem kleinen Heimatmuseum zu einer namenhaften Eventlocation? Dieses Erfolgsrezept verrät uns die Borgs Scheune in Züschen, die seit Jahren ein abwechslungsreiches Programm mit Konzerten, Lesungen und Workshops anbietet. Für viele Heimatmuseen, die mit sinkenden Besucherzahlen zu kämpfen haben, könnte dieser Weg eine neue Chance zum Erfolg sein. Ein Museum zu bewerben bedeutet etwas ganz anderes, als der Marketingjob in einer anderen Branche. Was es dabei zu beachten gilt, verrät uns das Sauerland-Museum.

Der Podcast „Geschichtsmomente“ wird von der Museumslandschaft des Hochsauerlandkreises betrieben und stellt pro Episode unterschiedliche Museen aus der Landschaft vor. Finanziert wird das Projekt vom Hochsauerlandkreis.

In dieser Folge haben mitgewirkt: Die Borgs Scheune (www.borgs-scheune.de) Das Sauerland-Museum des Hochsauerlandkreises (www.sauerland-museum.de)

Weitere Infos zur Museumslandschaft des Hochsauerlandkreises findet ihr unter www.museumslandschaft-hsk.de

Transkript anzeigen

00:00:02: Geschichtsmomente,

00:00:03: der Podcast

00:00:04: von der Museumslandschaft

00:00:05: Hoch Sauerlandkreis.

00:00:18: Herzlich willkommen zur zehnten Folge des Podcast-Geschichtsmomentes!

00:00:22: Hier erzählen euch die Museen und Heimatstuben des Hoch-Sauerland-Kreises spannende Details zu historischen Fragen aus der Region.

00:00:29: Mein Name ist Nelia Lürz und heute geht es um die Frage wie wird aus einem historischen Ort eine Eventlocation?

00:00:37: Heimatmuseen gibt es überall.

00:00:39: Häufig befinden sie sich in historischen Gebäuden aus dem bäuerlichen Leben und der Landwirtschaft.

00:00:44: Die Gebäude selbst erzählen bereits eine Geschichte.

00:00:47: Viele Heimatmusien präsentieren ähnliche Ausstellungen mit Zeugnissen aus der Landwirtschaft, der Heim- und Handarbeit sowie alten Fotos aus dem Dorf leben.

00:00:56: Dabei klagen nicht wenige dieser Museen über fehlendes Interesse und mangelnde Besucher, da im digitalen Zahltalter die Informationen über die lokale Geschichte vorwiegend online beschafft werden.

00:01:08: Der Boxscheune inzwischen ging es ähnlich – Die Dorfbewohner kennen das Haus innen auswendig.

00:01:13: Viele Touristen, die Interesse am Heimatmuseum hatten, gab es nicht im Ort.

00:01:18: Daher stellte das Museum seinen Konzept kurzer Hand um.

00:01:20: Gemäß ihres Beinahmen, Ort der Begegnung mit Geschichte und Gegenwart verwandelten sie ihre Scheune in eine Kulturscheune.

00:01:28: Eine Event-Location – mit regelmäßigen Konzerten, Lesungen Hochzeiten und vieles mehr.

00:01:33: Kirsten Lange organisiert und betreut als Mitglied des Vorstandsteams all diese Veranstaltungen und berichtet uns wie es dazu kam.

00:01:41: Ja, seit wann bist du im Team der Borgscheune?

00:01:43: Und für was bist du hier zuständig?

00:01:45: Angefangen hat das Jahr zwei Tausend Fünf.

00:01:48: da war ich noch im Studium Und mein Vater war hier schon im Förderverein und ich habe gerne mit Illustrator gearbeitet.

00:01:56: Also, ich hab gern Plakate schon im Studium entworfen und bin dann über die Gestaltung der Plakaten dazugestoßen.

00:02:04: Danach dem Studium bin ich wieder zurück nach zwischen und bin immer mehr oder reingewachsen über die Plakatgestaltung.

00:02:14: Mit den Veranstaltungen... kam dann über die Jahre immer mehr.

00:02:20: Weil wir selber auch geguckt haben, was macht uns Spaß?

00:02:23: Was würden wir gerne hören?

00:02:25: und danach ist das Programm entstanden.

00:02:28: Aus welchem Jahr stammt denn eigentlich die Box-Schäune in der wir jetzt sitzen und hat das Gebäude eine besondere Geschichte?

00:02:35: Das Jahr, wo es erstmals erwähnt worden ist, ist siebzehnhundertneunzig Und es heißt, dass die Scheune als Zehnscheune gebraucht wurde.

00:02:46: Das heißt, das die Steuern für die Kirche hier gelagert wurden.

00:02:51: Ganz sicher ist es aber nicht.

00:02:53: Es ist wohl klar, dass inzwischen so eine Scheune gestanden hat.

00:02:57: Ganz ursprünglich soll dieses Haus auch mal als Wohnhaus geplant sein.

00:03:01: Das sieht man an der Raumaufteilung.

00:03:05: Aber es ist keine Feuerstelle eingebaut.

00:03:07: Deswegen geht man davon aus ... dann doch als Scheune genutzt wurde und nicht als Wohnhaus.

00:03:14: Und das Museum, seit wann ist das hier drin?

00:03:33: den Zustand, wie es heute ist.

00:03:42: Und das Besondere an dem Förderverein ist dass alle Zwischervereine Mitglied in diesem Verein sind.

00:03:49: die haben dann zusammen dieses Gebäude gekauft mit Unterstützung der Stadt und auch mit dem westfälischen Heimatbund ja.

00:03:58: und dann ist dieses gebäude nach mit alten Techniken wieder renoviert worden.

00:04:04: also hier waren Lehmbaumeister hier war ein Dachdecker so wie man das früher gemacht hat, wieder hergerichtet haben.

00:04:11: Und in den Jahren three-neinzig ist das siebenhundertfünfzigjährige Dorfjubiläum von Zwischen gefeiert worden und in diesem Zusammenhang ist dieses Gebäude dann als Museum wieder

00:04:23: eröffnet worden.

00:04:25: Ja ich meine es ist schon echt schön dass die Vereine sich zusammengeschlossen

00:04:28: haben

00:04:29: um diesen Gebäude wieder

00:04:30: ein Leben einzuhaufen.

00:04:32: Und zum ursprünglichen Zustand zurückzuführen?

00:04:34: Das wäre auch ohne die Vereine gar nicht gegangen, weil sie waren notwendig, um den Kauf abschließen zu können.

00:04:42: und wir sind auch auf die Mitgliedsbeiträge der Vereine angewiesen.

00:04:45: also die sind bis heute Mitglied im

00:04:47: Verein.

00:04:49: Wir haben zurzeit ungefähr fünfmachtzig Mitglieder darunter die Vereinen aber auch Privatpersonen und auch mit diesen Mitgliedsbeiträgen erhalten wie dieses Gebäude.

00:05:01: Das Gebäud war von Anfang an als Begegnungsstätte gedacht, deswegen die Vereine schließen sich zusammen und haben hier die Möglichkeit zu treffen.

00:05:12: Der schöne Titel aus der Begegnung mit Geschichte und Gegenwart, das finde ich passt ganz gut was so dieser Zweck des Gebäudes

00:05:22: ist Und das war sehr wahrscheinlich dann auch der Grund, warum jetzt sozusagen das Konzept so ein bisschen zu einer Event-Location umgeschlagen

00:05:30: ist.

00:05:31: Ja auf jeden Fall!

00:05:32: Also dass sich das so entwickelt hat... Das ist auch dadurch gekommen, dass immer weniger Interesse war an der Dauerausstellung.

00:05:40: Irgendwann hat jeder Zuschauer einmal gesehen denke ich mal, dass jeder hier einmal drin war und es hat sich halt herausgestellt, dass die Veranstaltung mehr interessierte hier ins Gebäudelokken Und dann haben wir uns da drauf konzentriert.

00:05:56: Im Vorstand waren alle offen dafür, haben das mitgezogen und die letzten Jahre eigentlich immer zu zweit gemacht.

00:06:02: Wir haben uns auch immer gut abgesprochen.

00:06:05: Mal hat der eine Künstler angesprochen, mal der andere.

00:06:08: So ist das halt immer mehr gewachsen.

00:06:11: Die letzten Jahre ist es so, dass wir in der Musikszene jetzt der Kleinkünstler oder der Benz Ich glaube auch schon in Namen haben, dass die gerne hier hinkommen oder dass sie von Kollegen gehört haben.

00:06:24: Dass es hier ganz schön ist und deswegen haben wir eigentlich mehr Anfragen für Auftritte wie das wir selber suchen müssen.

00:06:30: also wir können uns aussuchen.

00:06:34: Das muss man auch erst mal schaffen?

00:06:36: Ja das ist aber durch dieses Netzwerk entstanden.

00:06:39: der eine Künstler kennt wieder andere.

00:06:42: jetzt ist das so dass wir aussuchen können.

00:06:44: Als ehrenamtlich geführtes Museum bedeutet die Kulturscheune für das Team der Boxscheune viel Arbeit neben Beruf und ihrem eigentlichen Privatleben.

00:06:53: Daher hat sich das Team die Organisation und Betreuung der Veranstaltungen über das Jahr hinweg aufgeteilt.

00:06:59: Jeder hat seine Nische im Haus gefunden, der eine interessiert sich mehr für die Erhaltung von Haus- und Garten, der nächste betreut den Getränkeverkauf während der Konzerte und Kirsten Lange zum Beispiel steckt im Voraus die Jahresplanung für das nächste Jahr zusammen und gestaltet die passende Werbung dazu.

00:07:15: Wir sind eigentlich unterschiedliche Leute, unterschiedlichen Alters aber wir haben durch die Scheune so gemeinsames Interesse gefunden.

00:07:24: Jeder kann sich hier einbringen nach seinen Möglichkeiten und wir haben dann einfach, wenn es funktioniert, wenn Veranstaltungen gut besucht werden freuen wir uns dran.

00:07:34: Das ganze Jahr werden die Anfragen gesammelt.

00:07:37: zwischen durch wird mal drüber gesprochen wer sich vorgestellt hat und was könnten wir machen?

00:07:41: Und dann aber im Herbst legen wir uns alle an Fragen nebeneinander und entscheiden das würden wir gerne machen.

00:07:49: Wir gucken auch immer, was passt zusammen.

00:07:51: Dass man vielleicht drei Konzerte und

00:07:53: eine Lesung

00:07:54: und auf jeden Fall Kinderveranstaltungen plant.

00:07:57: Und so gucken wir halt, dass wir ein abwechslungsreiches Programm haben für Erwachsenen und auch für Kinder.

00:08:04: Das heißt ihr habt jetzt nicht einen spezifischen Fokus sondern legt mehr auf diese Vielfalt

00:08:09: an den Schwerpunkt?

00:08:10: Ja

00:08:10: genau!

00:08:11: Dass wirklich jede Zielgruppe mitgenommen

00:08:13: wird.

00:08:13: Wir versuchen das... Das ist uns schon auch ein wichtiges Anliegen.

00:08:19: Unser Verein heißt ja auch Förderverein für Kultur, Denkmalpflege und Naturschutz.

00:08:26: Sind denn tendenziell bei den Veranstaltungen dann wirklich mehr

00:08:29: aus dem Ort

00:08:30: oder Einheimische?

00:08:32: Oder viele Touristen?

00:08:34: Also wir haben so ein festes Stamm Kundschaft die hier ausm Ort kommen.

00:08:40: das sind so fünf bis zehn Personen Und die anderen kommen aber eigentlich aus der näheren und auch aus der weiteren Umgebung, die extra hierfür anreisen.

00:08:51: Wie viele Veranstaltungen sind das denn jetzt mittlerweile so im Jahr?

00:08:54: Habt ihr da irgendwie eine Obergrenze?

00:08:57: Also es sind meistens so acht bis zehn Veranstaltung im Jahr.

00:09:02: Da kommen wir schon hin.

00:09:03: Das sind mal ... Sind es in einem Jahr etwas mehr, dies her sind's etwas weniger.

00:09:08: Das kommt immer drauf an!

00:09:10: Auch je nach dem, was die Pegagen, die Bands verlangen.

00:09:14: Wir müssen ja auch gucken, dass wir die Veranstaltungen finanzieren.

00:09:17: Das geht über Eintrittskelder aber manchmal auch über Förderung.

00:09:21: Weil hier passen maximal siebzig Personen rein macht das auch zum Teil mit der Stadt Winterberg.

00:09:30: Wir haben dann eine Kooperation mit dem Kulturverein und da ist es so, dass mindestens eine Veranstaltung dieses Kulturvereins in der Scheune stattfindet Und diese Veranstaltung wird dann auch vom Startmarketing in Winterberg bezahlt.

00:09:45: Beworben werden sämtliche Veranstaltungen der Box-Cheune über das Stadtmarketing und den Tourismus der angrenzenden Städte Winterberg, Medebach und Hallenberg.

00:09:53: Eine weitere wichtige Plattform ist die Regionale Presse – egal ob Zeitung, Radio oder Instagram – Hauptsache möglichst breit gefächert damit wirklich jeder und jede Interessierte erreicht wird!

00:10:05: Bei manchen Bands sorgen zusätzlich die Fanclubs für die Verbreitung des Auftritts über ihre eigenen WhatsApp-Kanäle.

00:10:24: Wer aber sich gerne mal außerhalb der Veranstaltung die Scheune ansehen kann, der kann uns anrufen und dann vereinbaren wir einen Termin.

00:10:33: Das machen wir auch gelegentlich für Gruppen, die dann sagen Wir möchten gerne eine Führung haben.

00:10:39: Wenn man eine Förung bei uns bucht Dann kann man das zusammen mit Kaffee trinken.

00:10:45: bieten wir das an, dass man dann hier oben in der Dachstube auch noch Kaffee trinken

00:10:49: kann.

00:10:49: Wie sieht dein neuer Plan so für die Zukunft aus?

00:10:52: Also wollt ihr das mit den Veranstaltungen hier so weitermachen?

00:10:55: Habt ihr da schon an die nächsten Jahre gedacht?

00:10:57: Ja auf jeden Fall, wenn wir das mit dem Veranstaltung so weiter machen.

00:11:01: aber wir sind auch noch dran unsere Ausstellung zu optimieren.

00:11:05: also da soll wirklich noch Veränderung stattfinden.

00:11:09: Wenn jetzt so eine Band eine Anfrage

00:11:11: stellt

00:11:11: hier, wie ist der Weg?

00:11:13: Wie lange dauert das bis sie auftritt.

00:11:15: Welche Schritte müssen gemacht werden?

00:11:18: Das meiste passiert erst mal über E-Mail und Telefonen.

00:11:22: erste Anfrage.

00:11:23: Und wenn uns das interessiert, dann rufe ich meistens zurück.

00:11:27: Dann geht es um die Details welche Gage, wie viele Personen Anfahrtskosten oder Übernachtung.

00:11:35: Dann werden Terminvorschläge gemacht.

00:11:37: Dann einigen wir uns auf einen Termin, dann geht das los mit Übernachtungs- und Zimmerbuchen.

00:11:44: Irgendwann fängt es an, das Plakat zu gestalten?

00:11:46: Dann geht's in die Werbung...

00:11:49: Und das braucht wahrscheinlich so ein paar Monate Vorlauf bestimmt

00:11:52: oder?

00:11:53: Ja also wenn im Herbst das Programm steht da ist der größte Teil der Vorbereitung auch schon abgeschlossen.

00:12:00: Je nachdem was das für Bands sind die haben ja selber auch solche Vorlaufzeiten.

00:12:05: Es ist ja dann auch eine Erleichterung für euch im Laufe des Jahres, dass ihr die Arbeit schon weg habt größtenteils und dann wirklich nur noch kurz vorher oder an dem Tag in die Veranstaltung begleiten

00:12:17: müsst.

00:12:17: Ja genau.

00:12:18: Anders geht das auch neben Beruf gar nicht.

00:12:21: also ich muss es wirklich so versuchen also auch in meinen freien Zeiten das dann zu machen weil ansonsten ist das noch wie ein

00:12:27: Zweitschub.

00:12:30: Da geht so manche Stunde rein.

00:12:33: Was würdest du denn anderen raten, wenn die jetzt sagen, ach, die würden das auch gerne mal versuchen als Event-Location?

00:12:39: Weil bei denen sehr wenig Besucher kommen

00:12:42: und

00:12:42: die möchten sich gern umstrukturieren.

00:12:45: Gibt es Tipps, die du geben würdest oder sagst, in die Falle müsst ihr auf jeden Fall vermeiden?

00:12:52: Ich würde mir eine Obergrenze setzen was Engage möglich ist.

00:12:57: Dann würde ich mit kleinen Veranstaltungen, die man vielleicht mit lokalen Künstlern bewerkstelligen kann.

00:13:03: Damit würde ich anfangen und was auch immer gut funktioniert ist die finanziellen Möglichkeiten mit dem Verkauf von Getränken oder auch Imbisskuchen so aufzubessern.

00:13:15: Tendenziell.

00:13:16: würdest du den Leuten dann schon raten das zu versuchen?

00:13:19: Wenn jetzt das eigene Museum ja ziemlich besucherlehr ist

00:13:24: sollte

00:13:24: man den Schritt wagen?

00:13:26: Ja, auf jeden Fall.

00:13:27: Also durch die Veranstaltung kommen Leute in das Gebäude, die sonst hier nicht reingehen würden.

00:13:33: also da haben wir schon ja so manchen hier gehabt.

00:13:36: den hätte ich vorher hier nicht vermutet.

00:13:39: aber durch irgendeine Veranstaltungen, die dann ein besonderes Interesse weckt sind sie dann hierhin gekommen.

00:13:46: Das ist ganz besonders.

00:13:47: Wir haben einmal im Jahr einen naturkundlichen Vortrag in Zusammenarbeit mit der biologischen Station Und die Leute, die dann hier hinkommen, das sind immer ganz an ... Die sonst nicht zu unseren Konzerten

00:14:00: kommen.

00:14:01: Das ist ein ganz spezielles Publikum.

00:14:03: Aber auch immer gut!

00:14:05: Ja so spricht man noch

00:14:06: mal ganz

00:14:06: andere

00:14:07: Zielgruppen an.

00:14:08: Je nachdem welche Musikrichtung zum Beispiel auch die Bands haben oder jetzt hier mit so einem Themenabend.

00:14:14: Also bei den Musikrichtungen haben wir schon mehr Jazz- und Achtziger-, Siebziger-Jahremusik.

00:14:24: Beim Gang durch das Haus zeigt Kirsten lange mir die Aufteilung der Räumlichkeiten.

00:14:28: Von der Diele im Erdgeschoss, die als Konzert- und Eventfläche herhält über die Imporen rechts und links über der Dielle als besonderer Ausblick und gleichzeitig Ausstellungsfläche bis zum Lesungssaal und ebenso Kinderpädagogikraum.

00:14:41: im Dachstuhl ist alles dabei!

00:14:43: Hier sind meistens Lesungen und Vorträge in der Dachsstube weil halt der Rahmen ein bisschen kleiner ist.

00:14:52: Dann haben wir hier die Möglichkeit, Tische und Stühle zu stellen.

00:14:56: Das ist jetzt eine der Emporen.

00:15:00: Hier kann man während Konzerten auch sitzen und dann von oben auf die Künstler runter schauen.

00:15:06: Und hier auf den Emporen sind noch so die Ausstellungswidrigen?

00:15:09: Ja das ist hauptsächlich Heimatgeschichte Pfundstücke aus Zwischen oder aus der Historie von Zwischen.

00:15:17: Also einmal, ich glaube die Elektrifizierung ist da drüben.

00:15:20: Dann Ehrenbürger sind hier verewigt.

00:15:24: Bisschen Handwerksgeschichte kann man hier drübem auch sehen.

00:15:28: dann etwas zum Sport hier zum Wintersport.

00:15:32: Dann Kirchengeschichte ein kleiner Teil.

00:15:37: das ist dann die offene Diele Für Veranstaltungen oder auch für die Trauung, die finden meistens hier unten statt.

00:15:45: Habt ihr dann immer so eine Art Bühne aufgebaut?

00:15:47: Oder steckt ihr das

00:15:48: einfach nur

00:15:49: ab zu dem Bereich, wo die Künstler sind?

00:15:51: Die Bühnen ist immer direkt in der Mitte.

00:15:55: Das ist auch das Schöne, was hier die Gäste aber auch die Künder sagen, dass man sich so nahe kommt.

00:16:01: Also diese persönliche Atmosphäre dann...

00:16:04: Ja wie so Wohnzimmerkonzerte.

00:16:05: Genau!

00:16:06: Nicht nur in den ehrenamtlichen Museen beleben Veranstaltungen das Geschäft, auch die hauptamtlich geführten Häuser profitieren von einem gut gefüllten Jahreskalender mit vielen verschiedenen Veranstaltung.

00:16:18: Im Sauerland Museum des Hoch-Sauerland-Kreises kümmert sich Karin Fischer um den Bereich des Veranstaltetungsmanagement und Marketing.

00:16:25: Seit wann arbeitest du im Sauerlands Museum?

00:16:27: Und was sind deine

00:16:28: Aufgaben dort?

00:16:29: Ja, ich bin seit den Jahren schon seit

00:16:33: über

00:16:33: acht Jahren.

00:16:34: Und meine Aufgaben

00:16:35: sind Marketing und Veranstaltungsmanagement.

00:16:39: Das umfasst im Bereich Marketing.

00:16:42: Es ist eben Pressearbeit und die Gestaltungen der Werbemittel für Ausstellungen und andere Aktionen, die wir machen – das klassische Veranstaltungsmanagement!

00:16:55: Du warst vorher

00:16:56: außerhalb

00:16:56: der Museumsbranche im Marketing aktiv.

00:16:59: Wie ist es so, im Vergleich

00:17:01: zu

00:17:01: vorher ein Museum zu bewerben und das Marketing für einen Museum zu machen?

00:17:06: Also ich find's toll!

00:17:10: sehr interessant ist für die allgemeine Öffentlichkeit zu werben und nicht für eine kleine Zielgruppe in einem Industrieunternehmen, wie es eben vorher war.

00:17:20: Das heißt jeder aus der Familie ist quasi Ansprechpartner für die Werbung, die wir hier machen und von daher ist das sehr abwechslungsreich und schön für das Produktmuseum zu werfen was ja auch so allgemein positiv aufgeladen ist.

00:17:38: Das heißt es gibt wirklich Unterschiede zwischen den Locations, ob man jetzt ein Museum bewirbt eine Firma oder wie du schon sagst Industrieprodukte.

00:17:46: Ja, genau.

00:17:47: Die gibt es auf jeden Fall.

00:17:49: im Industriebereich ist eben so dieses sogenannte B to B Business-to-Business.

00:17:53: bewirbt man da nicht die breite Öffentlichkeit oder die Verbraucher hier im Museum.

00:17:59: Es ist ebenso dass man quasi jeden ansprecht wobei es natürlich auf die Ausstellung ankommt.

00:18:06: auch die Veranstaltung die man macht nicht jede Veranstaltung ist für jeden wobei wir immer probieren die breiten Öffentlichkeit anzusprechen.

00:18:15: Was hier noch vielleicht ganz Interessant ist im Museumsbereich, anders als in der Privatwirtschaft.

00:18:22: Dass wir natürlich mit öffentlichen Geldern arbeiten und den Spagat immer schaffen müssen zwischen einer guten Werbekampagne aber auch sparsamer Produktion von Sachen.

00:18:35: Auf was muss man denn konkret achten oder berücksichtigen, wenn man Veranstaltungen in einem Museum bewirbt?

00:18:42: Das ist ja jetzt schon gesagt.

00:18:43: Dass es dabei Veranstaltung ja auch Unterschiede gibt welches Publikum angesprochen wird.

00:18:47: Gibt es da irgendwie Tipps das man beachten

00:18:49: sollte?

00:18:50: Ja, im Museum ist es eben so wie gerade auch schon sagte öffentliche Gelder.

00:18:55: Also wir haben jetzt nicht wahnsinnig viel Budget zur Verfügung, versuchen eben auch immer Ponsoren zu finden und Fördergelder zu akquirieren für Veranstaltungen, sodass wir mit kleinem Budget aber eine Veranstaltung für viele Menschen machen.

00:19:09: Beispielsweise hatten wir letztes Jahr ein Museumsfest das lief am Internationalen Museumstag was wir grundsätzlich auch etablieren möchten, haben dort aber jetzt nicht soviel Geld zur Verfügung, dass wir im Radio dafür

00:19:23: extra Sports

00:19:24: machen können oder wahnsinnig große Werbeplakate.

00:19:28: Sondern wir gehen da eben viel auch über die lokale Presse wo wir im Vorfeld Veranstaltungen ankündigen und das ist natürlich ein deutlicher Unterschied eben auch zur Privatwirtschaft Und für uns wird auch Social Media immer wichtiger darüber unsere Veranstaltung zu bewerben.

00:19:46: Man merkt, du bewirbst nicht nur die Veranstaltung.

00:19:48: Du planst sie auch?

00:19:51: Wie ist es denn so eine Veranstaltung für einen Museum zu planen wie jetzt zum Beispiel ein Museumsfest?

00:19:56: was hat man da so für Aufgaben?

00:19:58: also beginnt eben weit im Vorfeld dieser Veranstaltung war es jetzt ein Jahr vorher, dass man sich ein bisschen erkundigt welches Thema wollen wir denn überhaupt verfolgen.

00:20:09: Letztes Jahr hatten wir hundert Jahre Sauerlandmuseum und wollten das entsprechend mit einem Fest im Stil der zwanziger Jahre feiern.

00:20:17: und da gab es eben zufällig eine Messe in Dortmund wo viele Eventkünstler ausstellen und Dienstleister und dort haben wir uns dann schlau gemacht und ja viele Kontakte Ansprechpartner gefunden, die in diese Richtung passen könnten.

00:20:35: Und die haben wir dann eben nach und nach gebucht.

00:20:38: Bei der Veranstaltung dieser Größe ist auf jeden Fall ratsam sich Checklisten

00:20:43: zu

00:20:44: machen.

00:20:44: Also zu jedem einzelnen Dienstleister quasi eine Übersicht zu machen mit Kosten- und Ansprechpatnern damit man da nicht durcheinander kommt.

00:20:53: Ja klar, damit man den Überblick behält!

00:20:55: Gerade

00:20:56: weil es ja auch eine sehr große Veranstaltung ist im Vergleich zu... Ja, zu einer Lesung oder vor dem

00:21:01: Nachdenken.

00:21:03: Du hast ja auch von Vorlaufzeit besprochen.

00:21:05: Idealerweise plant man ja auch Veranstaltungen meistens schon für das ganze nächste Jahr oder für das Ganze laufende Jahr.

00:21:12: wie viel Vorlauf Zeit sollte man für so eine Jahresplanung einplanen?

00:21:16: Wie ist es mit Veröffentlichung eines Jahreskalenders?

00:21:19: also kannst du da noch mal Tipps geben?

00:21:21: Ja gerne!

00:21:22: Also wir haben unsere Jahresplanungen eher auch analogisiert zu unseren Ausstellungen und unseren Sonderausstellen.

00:21:29: dort benötigen wir ja für unsere Programme, den wir im Flyer veröffentlichen eben auch eine Übersicht und so hat es sich ein bisschen etabliert dass wir im Rahmen der Sonderausstellung diese und große Planungen im Vorfeld machen.

00:21:43: Ich würde sagen, man braucht da schon ein gutes halbes Jahr im Vorfield denn wir setzen uns dann im Team zusammen.

00:21:49: Jeder steuert ein paar Ideen bei was sich sehr bewährt hat finde ich Denn jeder hat noch so eine andere Idee und einen anderen Blickwinkel auf Veranstaltungen Und das tragen wir eben zusammen und dann entscheiden wir welche Veranstaltung wir weiter verfolgen wollen.

00:22:07: Das ist dann noch ein recht langwieriger Prozess, als man manchmal so einplant.

00:22:11: Man muss die Ansprechpartner eben finden und kontaktieren.

00:22:15: Die schreiben natürlich nicht am nächsten Tag zurück.

00:22:18: Man muß eventuell noch Locations dazu buchen was man dann eben parallel fixieren muss und von daher es ist dann eigentlich gut wenn man sich da einen Vorlauf von einem halben Jahr

00:22:30: vornimmt.

00:22:30: Wir haben insgesamt so übers Jahr gepeilt über zwanzig Veranstaltungen, die wir eben planen und betreuen und verwerben müssen.

00:22:39: Wir haben ja unter unseren Zuhörern auch andere Museen.

00:22:43: Du könntest zu denen noch abschließend irgendwelche letzten Tipps mit an die Hand geben, was Sie machen könnten für Ihre Jahresplanung?

00:22:50: Für Ihre Veranstaltungsplanung, für das Bewerben von Veranstaltung?

00:22:54: Ob die irgendwie noch etwas beachten sollten?

00:22:56: oder kannst du dir noch was mit auf den Weg geben?

00:22:59: Also ich bin ein Freak von Checklisten.

00:23:03: alles, was irgendwie größere Veranstaltetungen angeht überprüfe ich tatsächlich immer in den Checkliste auch wenn man eine Veranstaltung schon ganz oft gemacht hat.

00:23:11: Schau ich trotzdem lieber noch einmal rein, ob ich nichts vergessen habe?

00:23:15: Es gibt dann so ein bisschen Sicherheit und weniger schlaflose Nächte.

00:23:19: Was ich ja auch immer im Laufe meines Lebens gelernt habe ist sich die Helinoman der Dienstleister- und Künstler- und Partner zu notieren.

00:23:27: Denn wenn er Haupteckt An den Tag im Stau auf der Autobahn steht, nützt es einem nicht so viel wenn man nur die E-Mailadresse zur Verfügung hat.

00:23:37: Das ist was ich aber auch jetzt im Laufe meines Berufslebens gelernt

00:23:41: habe.".

00:23:42: Ihr seht, Museen eignen sich neben dem alltägliche Ausstellungsgeschäft bestens als Kultur und Eventlocation.

00:23:49: Mit ein bisschen Organisationstalent sowie helfenden Händen und passenden Kontakten kann man sehr schnell aus einem Heimatmuseum eine bekannte Kulturscheune zaubern!

00:23:58: In Kombination mit wechselnden Ausstellungen können stetig neue Veranstaltungen angeboten werden.

00:24:04: Im Kultursektor gilt, abgucken erlaubt – denn man muss das Rad nicht immer neu erfinden!

00:24:09: Vielleicht entdeckt ihr ja bei anderen Museen spannende Events die auch bei euch gut funktionieren könnten?

00:24:16: Und damit endet die zehnte Folge des Podcast-Geschichtsmomente.

00:24:19: Schaltet auch nächstes Mal wieder ein für einen neuen Geschichtsmoment aus dem Sauerland.

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